Kurze Antwort: Nein. Und diese Antwort ist wichtiger, als sie klingt, denn sie verändert komplett, wie du auf das Verhalten deiner Katze reagieren solltest.
Katzen kennen das Konzept "Trotz", so wie wir es verstehen, schlicht nicht. Trotz setzt voraus, dass ein Tier eine Regel kennt, sie absichtlich bricht und dabei eine Reaktion beim Gegenüber provozieren will – ein Konzept, das eher mit sozialen Lerngeschichten bei Menschenkindern oder Hunden in Verbindung gebracht wird. Katzen dagegen handeln in erster Linie aus Instinkt und unmittelbarem Bedürfnis, nicht aus einer bewussten "Ich zeig's dir jetzt"-Motivation.
Wenn deine Katze also genau dann an der Tapete kratzt, wenn du das Haus verlässt, ist das mit hoher Wahrscheinlichkeit kein Racheakt, sondern eher eine Stressreaktion: Trennungssituationen können bei manchen Katzen zu verstärktem Markierverhalten führen, weil sie sich unsicherer fühlen.
Auch wenn deine Katze "trotz Verbot" immer wieder an derselben Stelle kratzt, steckt meistens keine bewusste Provokation dahinter, sondern schlicht: Die Stelle erfüllt aus Katzensicht alle Kriterien für eine gute Kratzfläche, und es gibt noch keine bessere Alternative.
Warum ist diese Unterscheidung wichtig? Wenn du glaubst, deine Katze handelt aus Trotz, neigst du eher zu Bestrafung – Anschreien, Wegschubsen, Wasser sprühen. Das baut kurzfristig deinen eigenen Frust ab, verändert aber das Verhalten deiner Katze kaum, weil es das eigentliche Bedürfnis nicht adressiert. Schlimmer noch: Es kann das Vertrauensverhältnis belasten und in manchen Fällen sogar zu mehr Stress und damit zu mehr statt weniger Kratzen führen.
Der bessere Weg: das Verhalten als das nehmen, was es ist – ein natürliches Grundbedürfnis – und es gezielt umlenken. Attraktive Alternativen an den richtigen Stellen, sanftes Unterbrechen statt Bestrafung, und wo nötig direkter Schutz der Möbel, zum Beispiel mit unseren Stuhlhussen mit Sisal. So arbeitest du mit dem Verhalten deiner Katze statt dagegen.























